Leine


Leine

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Lei|ne ['lai̮nə], die; -, -n:
kräftige, längere Schnur, an oder mit der etwas befestigt wird:
etwas mit einer Leine festbinden, absperren; (Seemannsspr.) Leinen los!; die Wäsche hängt auf der Leine (Wäscheleine); den Hund an der Leine (Hundeleine) führen.
Syn.: Seil, Strick.
Zus.: Angelleine, Hundeleine, Wäscheleine.

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Lei|ne 〈f. 19dicke Schnur, dünnes Tau ● \Leine ziehen 〈fig.; umg.〉 ausreißen; einen Hund an der \Leine führen; jmdn. an der langen \Leine führen 〈fig.; umg.〉 jmdm. viele Freiheiten gewähren; jmdn. an die \Leine legen 〈fig.; umg.〉 unter seine Kontrolle bringen; an die \Leine nehmen; die Wäsche hängt noch auf der \Leine [<ahd. lina, engl. line <germ. *linion; zu Lein, Leinen]

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1Lei|ne , die; -, -n [mhd. līne, ahd. līna, zu Lein, urspr. = ein aus Flachs hergestelltes Seil]:
a) Seil, Tau von mittlerer Stärke:
etw. mit einer L. festbinden, absperren;
(Seemannsspr.:) die -n losmachen;
die L. einholen;
b) dünnes Seil o. Ä., auf das Wäsche [im Freien] zum Trocknen aufgehängt wird:
eine L. spannen, ziehen;
Wäsche auf die L. hängen, von der L. [ab]nehmen;
L. ziehen (ugs.; verschwinden, sich davonmachen; die Binnenschiffe wurden früher vom Leinpfad aus mit Zugleinen vorwärtsbewegt, also eigtl. = dafür sorgen, dass man von der Stelle kommt);
c) am Halsband befestigter Riemen aus Leder o. Ä., an dem ein Tier, bes. ein Hund, geführt wird:
den Hund an die L. nehmen, an der L. führen, haben, halten;
das Tier von der L. losmachen;
jmdn. an der [kurzen] L. haben/halten (ugs.; jmdn. in der Gewalt haben u. lenken können);
jmdn. an die L. legen (ugs.; jmdn. unter Kontrolle bekommen, [streng] über jmdn. bestimmen);
an langer/an der langen L. (ugs.; mit einem gewissen, bewusst zugestandenen Freiraum).
2Lei|ne , die; -:
Nebenfluss der Aller.

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Leine
 
die, linker Nebenfluss der Aller, in Niedersachsen und in Thüringen, 241 km lang, entspringt im Eichsfeld bei Worbis, fließt zunächst in westliche Richtung durch das Eichsfeld, dann in nördlicher Richtung vorbei an Göttingen durch den tektonisch angelegten Leinegraben (beiderseits des Leinegrabens erstreckt sich das Leinebergland, das im Westen in das Weserbergland übergeht). Bei Nordstemmen tritt die Leine in das Norddeutsche Tiefland ein, sie mündet bei Schwarmstedt (Landkreis Soltau-Fallingbostel). Auf 112 km schiffbar.
 

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1Lei|ne, die; -, -n [mhd. līne, ahd. līna, zu ↑Lein, urspr. = ein aus Flachs hergestelltes Seil]: a) Seil, Tau von mittlerer Stärke: etw. mit einer L. festbinden, absperren; (Seemannsspr.:) die -n losmachen, loswerfen; die L. einholen, aufschießen; b) dünnes Seil o. Ä., auf das Wäsche [im Freien] zum Trocknen aufgehängt wird; Wäscheleine: eine L. spannen, ziehen; die L. abnehmen; Wäsche auf die L. hängen, von der L. [ab]nehmen; *L. ziehen (ugs.; sich davonmachen, verschwinden; die Binnenschiffe wurden früher vom Leinpfad aus mit Zugleinen vorwärts bewegt, also eigtl. = dafür sorgen, dass man von der Stelle kommt): die Iwans packten schon, zogen L., latschten wieder ab (Kempowski, Uns 80); Zieh L., oder ich pfeffere dich durch die Tür, dass die Scheiben scheppern, du Rotzlöffel! (Bieler, Bär 158); c) am Halsband befestigter Riemen aus Leder o. Ä., an dem ein Tier, bes. ein Hund, geführt wird; Hunde-, Pferdeleine: den Hund an die L. nehmen, an der L. führen, haben, halten; die Gestalt eines Jägers mit seinen Hunden, die kurz an der L. gingen (Langgässer, Siegel 447); das Tier von der L. losmachen; *jmdn. an der [kurzen] L. haben/halten (ugs.; jmdn. in der Gewalt haben u. lenken können); jmdn. an die L. legen (ugs.; jmdn. unter Kontrolle bekommen, [streng] über jmdn. bestimmen); an langer/an der langen L. (ugs.; mit einem gewissen, bewusst zugestandenen Freiraum): Erst als ich ... mein Verhalten völlig änderte, konnte ich meinen Mann - an langer L. - an mich binden (Hörzu 16, 1973, 141); Deshalb bleiben die ehemaligen Fixer ... in der zweiten Phase der Behandlung zunächst noch an der langen L. (Spiegel 23, 1977, 200).
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2Lei|ne, die; -: Nebenfluss der Aller.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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